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Dienstag, 26. Februar 2019 15:46

Studienfahrt der werdenden Hebammen nach Wien

Der Kurs 2017-2020 berichtet über seinen Aufenthalt vom 14. bis 18. Mai 2018.

Am Montag, 14.Mai 2018 ging es für uns in aller Frühe am Karlsruher Hauptbahnhof los Richtung Wien. Die 10 stündige Busfahrt erwies sich, wie schon vermutet, als anstrengend und strapaziös. Daher gingen wir unseren ersten Abend in Wien nach der Anreise entspannt an.

Nach der ersten Nacht in unserem Hostel fuhren wir am nächsten Tag, mehr oder weniger fit, gegen Mittag in das „Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbrüche“, in dem unsere Kurskollegin im Voraus eine Führung beziehungsweise einen Vortrag gebucht hatte. In den relativ kleinen Räumlichkeiten waren die Wände rundum mit Schaukästen und Plakaten behängt. Bei dem Vortrag bekamen wir einen chronologischen Überblick über die ersten Verhütungsmethoden bis zu den heutigen. Dazu zählt unter anderem auch ein Modell eines Kondoms, welches im Jahr 1200 aus einer Fischblase hergestellt wurde.
Für die Menschen, die sich damals ein solches Kondom nicht leisten konnten, gab es die Möglichkeit, ein solches per Second- Hand zu erwerben!! Wahnsinn!
In einem anderen Schaukasten konnte man eine Scheidenspülung aus dem Jahr 1930 begutachten.

Der zweite Teil des Vortages fand im Nebenraum statt, in dem es um Schwangerschaftsabbrüche früher und heute ging. Zeitungsberichte wie zum Beispiel „Bei Abtreibung an der dreifachen Mutter diente eine Fahrradspeiche als gynäkologisches Instrument“ und „Abtreibung mit Pfeilgift- 21 jährige Sekretärin blieb völlig gelähmt“ stachen uns sofort ins Auge und schockierten uns. Das Museum empfanden wir als gut gestaltet und sehr informativ. Vor allem durch den historischen Einblick konnten wir eine enorme medizinische Entwicklung beobachten (Zum Glück!). Nach dem Museumsbesuch gestalteten wir unsere Freizeit individuell.

Gut gefrühstückt starteten wir am Mittwochmorgen zum „Haus der Musik“. Verteilt auf vier Stockwerke konnten wir viel über die klassische Musik erfahren, selbst das Orchester der Wiener Staatsoper dirigieren und uns in einem speziellen Raum in ein ungeborenes Kind im Mutterleib hineinversetzen. Der Raum, der den Mutterleib darstellte, war ziemlich groß und dunkel, doch sehr einladend und gemütlich. Es gab die Möglichkeit sich auf den Boden zu setzten oder zu legen und die Augen zu schließen. Die vielen Musikboxen simulierten die Akustik im Mutterleib. Das war für viele von uns das Highlight des Hauses.  

Nach einem Mittagessen und einem erfrischenden Wiener Radler ging es für uns weiter im Programm mit dem Josephinum. Das Josephinum auch Collegium-Medico-Chirurgicum-Josephinum war eine medizinisch- chirurgische Akademie in Wien zur Ausbildung von Militärärzten für die österreichische Armee. Das Josephinum wurde 1785 von Kaiser Josef II gegründet. Er ließ über 3000 lebensechte Modelle von Organen, Knochen, Muskeln und dem ganzen Körper über 3 Jahre in Italien in aufwändiger Handarbeit anfertigen. Besonders beeindruckend war der Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe. Dort konnte man neben der Physiologie Pathologien wie zum Beispiel Fehlbildungen und Schulterdystokien in den Schaukästen betrachten. Wer noch mehr sehen wollte, hatte anschließend noch die Möglichkeit in den naheliegenden Narrenturm zu gehen.

Am Donnerstagnachmittag trafen wir uns mit Studentinnen der Hebammenwissenschaften der Universität Wien. Dabei hatten wir die Gelegenheit uns über die „Hebammerei“ in Österreich und Deutschland auszutauschen. Wir stellten fest, dass es doch einige Unterschiede gibt.

Abends tauschten wir unsere Erlebnisse und Eindrücke der letzten Tage bei einem gemeinsamen Abendessen in einem wunderschönen Gewölbekeller aus und ließen so den Abend gemütlich ausklingen.

Insgesamt war die Studienfahrt ein gelungener Ausflug, der uns einander näher brachte. Wien bietet eine große Vielfalt an Kultur und Geschichte und auch für angehende Hebammen finden sich hier interessante Angebote.

Nicole Blauth, Vanessa Resch